Blendwirkung von PV-Anlagen an Bahnstrecken

An Bahnstrecken geht es um Triebfahrzeugführer, die Strecke und Signale sicher erkennen müssen. Eine Reflexion kann blenden oder ein Signal überstrahlen, wenn sie aus derselben Richtung kommt. Besonders relevant sind Signale, Bahnübergänge, Bahnsteige und Bereiche, in denen auf Sicht gefahren wird. PV-GlareCheck berechnet für Punkte entlang des Gleises, wann Reflexionen im Sichtfeld liegen, wie nah an der Blickrichtung und wie hell.

Augenhöhe des Triebfahrzeugführers über der Schienenoberkante

Leitfäden

Deutschland. Die ausgewerteten Quellen enthalten für Schienenwege keine eigenen Vorgaben. Das Eckpunktepapier des Fernstraßen-Bundesamts (Stand November 2025) gilt für Bundesfernstraßen; seine Kriterien beschreiben die Blendung eines Fahrzeugführers mit Blick in Fahrtrichtung und können sinngemäß herangezogen werden. Ob das im Einzelfall zutrifft, entscheiden die bearbeitende Fachperson und die zuständige Stelle.

Österreich. Die OVE R 11-3 nennt Blendung im Schienenfahrzeugverkehr an Signalen und Eisenbahnkreuzungen unzulässig; im Zweifelsfall ist nach der Richtlinie ein eisenbahntechnischer Sachverständiger beizuziehen. Die Richtlinie ist formell zurückgezogen und wird inoffiziell oft noch zur Orientierung angewendet.

Was PV-GlareCheck berechnet

  • jede Minute des Jahres, bei klarem Himmel,
  • Betrachtungspunkte entlang des Gleises je Fahrtrichtung, mit Sichtfeld in Fahrtrichtung und frei wählbarer Augenhöhe,
  • eigene Punkte vor Signalen mit Blickrichtung auf das Signal,
  • Abstand der Reflexion zur Blickachse, Leuchtdichte und Beleuchtungsstärke am Auge,
  • Dauer und Zeiträume der Reflexionen je Punkt,
  • Verdeckung durch erfasste Lärmschutzwände, Einschnitte und Bauwerke sowie durch das Gelände.
Punktreihe entlang einer Bahnstrecke neben einer PV-Fläche mit grünen Sichtfeld-Keilen in Fahrtrichtung; rechts die Sichtfeld-Einstellungen der Gruppe
Luftbild: © Bayerische Vermessungsverwaltung (2024), CC BY 4.0; Gleislage: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Ablauf

  1. Anlage und Gleis auf der Karte erfassen; Punkte entlang einer Linie je Fahrtrichtung, dichter vor Signalen und Bahnübergängen.
  2. Auf Dämmen, Brücken und in Einschnitten die Höhe der Schienenoberkante prüfen und bei Bedarf von Hand setzen.
  3. Jahressimulation mit einem Modultyp mit gemessenem Reflexionsprofil.
  4. Im Bericht die Filter setzen und das Ergebnis als PDF ausgeben.

Grenzen

Die Simulation ist ein modellbasiertes Screening und ersetzt kein Gutachten. Jeder Betrachtungspunkt ist ortsfest. Führerstandsfenster und Sonnenschutz sind nicht nachgebildet. Ob eine Reflexion ein Signalbild beeinträchtigt, bewertet die App nicht; sie liefert Richtung und Intensität.

Weiter: Einstellungen und Filter stehen im Handbuch, Kapitel VI.3 Bahnverkehr.

Quellen

  1. Fernstraßen-Bundesamt (FBA): Eckpunktepapier Photovoltaik – Blendwirkungen und Blendgutachten. Stand November 2025.
  2. OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik: OVE-Richtlinie R 11-3, Blendung durch Photovoltaikanlagen. Ausgabe 2016-11-01, Wien. Formell zurückgezogen am 01.12.2024 (OVE Standardization News 1/2025, S. 1), inoffiziell oft noch zur Orientierung angewendet.

Starten Sie jetzt Ihre erste Blendsimulation

Kostenlos registrieren und sofort simulieren. Keine Installation nötig.

Jetzt starten

Preise

►
► Analytics
► Marketing