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AGlossar

Fachbegriffe zu Blendung, PV-Reflexion und Sonnenstand in der Bedeutung, in der PV-GlareCheck sie verwendet. Begriffe, die in Leitfäden mit Zahlenwerten belegt sind, nennen die Quelle. Fehlende Begriffe können an info@pv-glarecheck.com gemeldet werden.

A

Absolutblendung

Blendung, bei der die Leuchtdichte der Quelle die Anpassungsfähigkeit des Auges übersteigt; sie löst Schutzreaktionen wie Lidschluss oder Abwenden aus. Die Leitfäden nennen unterschiedliche Schwellen: etwa 10⁵ cd/m² (LAI-Hinweise, Anhang 2, Nr. 2.1, S. 21), etwa 10⁴ cd/m² (OVE-Richtlinie R 11-3:2016, Abschn. 4.1, S. 8) und mehr als 30 000 bis 100 000 cd/m² beim direkten Blick (FBA-Eckpunktepapier, Abschn. 3, S. 5). In der App kann eine solche Schwelle über die Leuchtdichte-Schwelle berücksichtigt werden.

Anlagentyp

Art der PV-Fläche, gewählt beim Anlegen: „Dachparallel“ (Module parallel zur Dachfläche), „Aufgeständert (Dach)“ (geneigte Module auf einem Flachdach), „Fassade“ (vertikale Module an Fassade, Zaun oder freistehend, als Linie erfasst) und „Freifläche“ (bodengebundene Anlage, fest oder nachgeführt). Der Typ bestimmt die Eingabefelder und den Höhenbezug von OK und UK (Kap. 7.2).

Ausschlussbereich

Im Editor markierte Teilfläche innerhalb einer PV-Fläche, die keine Module trägt, z. B. ein Dachfenster, ein Schornstein oder ein Weg. Der Bereich wird vor der Rechnung aus allen PV-Flächen ausgeschnitten, die er überlappt, und erzeugt keine Reflexionen. Fassaden werden nicht ausgeschnitten (Kap. 7.7).

Azimut

Horizontalwinkel in Grad, im Uhrzeigersinn von Nord gemessen: 0° = Nord, 90° = Ost, 180° = Süd, 270° = West. Er beschreibt die Ausrichtung einer PV-Fläche, die Richtung der Sonne, die Blickrichtung eines Sichtfelds und die Lage einer Blendquelle aus Sicht des Betrachtungspunkts.

B

Backtracking

Rückdrehstrategie einachsiger Tracker: Bei tiefer Sonne drehen die Module flacher, damit sich benachbarte Reihen nicht verschatten. Die Rückdrehung hängt vom Verhältnis Modulbreite zu Reihenabstand (GCR) ab und folgt dem Verfahren nach Anderson & Mikofski (2020) in pvlib. Während des Backtrackings gilt der Ruhewinkel als Mindestwinkel. Ob Backtracking aktiv ist, wird je Tracker festgelegt; ohne diese Angabe startet die Simulation nicht (Kap. 7.3).

Batch-Analyse

Simulation mehrerer Varianten eines Projektstands in einem Lauf (Pro). Je PV-Fläche können Azimut, Neigung, Modultyp und Doppelausrichtung variiert werden; bis zu 20 Varianten sind möglich. Jede Variante wird eine eigene schreibgeschützte Version und verbraucht einen Simulations-Token (Kap. 13).

Beleuchtungsstärke

Lichtstrom je Fläche am Auge des Beobachters, in Lux (lx). Sie wächst mit Helligkeit und scheinbarer Größe der Blendquelle. PV-GlareCheck berechnet sie je Richtung als Produkt aus Leuchtdichte und Raumwinkel und summiert sie in einem Zeitschritt über alle sichtbaren Blendquellen. Der Filter „Beleuchtungsstärke“ (Vorgabe aus, 50 lx) wertet Zeitschritte unterhalb des Schwellenwerts nicht als Blenddauer.

Bericht

Interaktive Auswertung einer Simulation im Browser mit Deckblatt, Kapiteln zu Projekt, PV-Flächen, Hindernissen und Betrachtungspunkten, Ergebnissen je Gruppe und Anhang. Filter, Grundkarten und Deckblattangaben werden mit dem Bericht gespeichert; aus ihm entstehen PDF, Bild-Downloads und (Pro) der Excel-Export (Kap. 14).

Best-Fit-Ebene

Ausgleichsebene durch die Eckhöhen einer Freifläche nach der Methode der kleinsten Quadrate; bei drei Ecken ist sie die Ebene durch diese Punkte. Sie ist die Alternative zum Höhengitter in Schritt 1 des Gelände-Menüs: Die Fläche liegt dann auf dieser Ebene, die Querneigung ist überall gleich, und Zonen (Schritt 3) stehen nicht zur Verfügung (Kap. 7.5).

Betrachtungspunkt / BP

Ort, für den die Blendwirkung berechnet wird, z. B. ein Fenster, ein Punkt auf einer Fahrbahn oder auf einer Flugroute; englisch „observation point“ (OP). Jeder Punkt hat Lage, GOK, Beobachterhöhe über GOK und optional ein Sichtfeld. Er gehört immer zu einer Gruppe; die Bezeichnung „G1-3“ steht für den dritten Punkt der Gruppe 1 (Kap. 9).

Blenddauer / Blendminuten

Dauer, während der am Betrachtungspunkt mindestens eine Reflexion sichtbar ist, die alle aktiven Filter besteht; ausgewiesen je Tag und als Jahressumme. Bei der Auflösung von einer Minute entspricht jeder solche Zeitschritt einer Blendminute. Da die Rechnung an jedem Tag klaren Himmel annimmt, ist die Blenddauer die astronomisch maximal mögliche. Richtwerte: höchstens 30 min am Tag oder 30 h im Jahr (LAI-Hinweise, Anhang 2, Nr. 4, S. 24; OVE R 11-3:2016, Abschn. 7.1, S. 13); für Wohnzonen höchstens 30 min an beliebig vielen Tagen, 60 min an höchstens 60 Tagen, 120 min an höchstens 20 Tagen und 60 h im Jahr (Leitfaden EnergieSchweiz/Swissolar, Juni 2023, Anhang 1, S. 40–41). Im Bericht: „Gesamte Blenddauer pro Jahr“, „Max. tägliche Blendung“, „Betroffene Tage“ und „Tage >30 / >60 / >120 min Blendung“.

Blendung

Störende oder sehbeeinträchtigende Wirkung einer hellen Lichtquelle im Gesichtsfeld. Beurteilt wird sie über Helligkeit (Leuchtdichte, Beleuchtungsstärke), Lage im Blickfeld und Dauer. PV-GlareCheck berechnet Reflexionen und ihre Kenngrößen; die Bewertung als Blendung im Sinne eines Leitfadens beschreibt Teil VI (Kap. VI.1 bis Kap. VI.4).

Blickachse

Mittelachse eines Sichtfelds: Blickrichtung als Azimut und optional eine vertikale Neigung („Neigung der Blickachse“, Vorgabe 0° = waagerecht). Auf sie beziehen sich der Min. Abstand Blickachse und die Ausnahme „Abstand zur Blickachse“ in den Filtern „Beleuchtungsstärke“ und „Vertikale Blendquelle“. Leitfäden sprechen von der Hauptblickrichtung; das FBA-Eckpunktepapier nennt ± 10° als zentralen und ± 30° als relevanten Sehbereich (Abschn. 3, S. 5).

Bündelaufweitung

Öffnungswinkel, um den reflektiertes Sonnenlicht um die ideale Spiegelrichtung gestreut wird. Sie ist eine Eigenschaft des Modultyps, hängt vom Einfallswinkel ab und wird als elliptische Reflexionskeule mit Längs- und Querachse beschrieben. Glatte Gläser bündeln eng (kurze, intensive Reflexion), strukturierte oder entspiegelte Oberflächen streuen breiter (längere, schwächere Reflexion).

D

Demo-Projekt

Kostenloses Projekt, das jedes Konto einmal anlegen kann. Es verbraucht keinen Projekt-Token, enthält 2 Simulations-Tokens und rechnet vollwertig; Bericht, PDF und Bild-Downloads tragen das Wasserzeichen „DEMO“, der Excel-Export den Vermerk „DEMO“. Mit dem Kauf von Simulations-Tokens wird es ein reguläres Projekt (Kap. 3).

Diffuse Reflexion

Gestreute Reflexion in viele Richtungen außerhalb des Spiegelwinkels, mit geringer Leuchtdichte. PV-GlareCheck berechnet sie nicht gesondert; die Streuung um die Spiegelrichtung bildet die Reflexionskeule ab.

DNI (Direktnormalstrahlung)

Direkte Sonnenstrahlung auf eine zur Sonne senkrechte Fläche, in W/m². PV-GlareCheck verwendet die Strahlung bei klarem Himmel nach dem Modell von Ineichen für jeden Zeitschritt; sie bestimmt zusammen mit dem Reflexionsprofil die Leuchtdichte der Reflexion.

Doppelausrichtung (Ost-West)

Montage, bei der die Module einer Fläche in zwei entgegengesetzte Richtungen weisen, z. B. nach Osten und Westen („Doppelausrichtung“). Eingegeben wird ein Azimut; der zweite liegt 180° gegenüber. Für die Mengengrenzen des Tarifs zählt die Fläche einfach.

E

Effektiver Azimut / Effektive Neigung

Tatsächliche Ausrichtung und Neigung der Modulfläche, wenn eine Querneigung vorhanden ist. Sie weichen dann von den eingegebenen Werten für Azimut und Neigung ab und bestimmen die Reflexionsrichtung.

Elevation / Sonnenhöhe

Höhenwinkel über dem Horizont in Grad: 0° = Horizont, 90° = Zenit. Für die Sonne gilt der scheinbare Wert mit atmosphärischer Brechung. Die Elevation beschreibt auch die Lage von Blendquellen in der 3D-Perspektive. Der Filter „Min. Sonnenhöhe“ (Vorgabe aus, 3°) wertet Zeitschritte mit tieferer Sonne nicht als Blenddauer.

F

Fernverschattung (Horizontlinie)

Verschattung einer PV-Fläche durch Berge und fernes Gelände. Je PV-Fläche kann eine Horizontlinie aus PVGIS (Europäische Kommission, JRC; Geländemodell mit etwa 90 m Raster, 48 Richtungen im 7,5°-Raster) am Flächenmittelpunkt abgerufen werden. Steht die Sonne unter dieser Linie, gilt die Fläche als verschattet. Die Fernverschattung wirkt nur zwischen Sonne und PV-Fläche; Sichtlinien zu Betrachtungspunkten blockiert sie nicht, Gebäude und Bewuchs enthält sie nicht (Kap. 10.2).

Freifläche

Bodengebundene PV-Anlage auf offenem Gelände, im Editor der Anlagentyp „Freifläche“. Nur Freiflächen haben das Gelände-Menü (Höhengitter, Querneigung, Zonen) und können als Tracker nachgeführt werden.

G

Geländemodell (Geländemodell im Projekt)

Rasterdatei mit Geländehöhen, die beim Projekt liegt: selbst hochgeladen („Eigenes Geländemodell hinzufügen“) oder als amtlicher Ausschnitt geladen („Amtliches Geländemodell laden“). Es liefert Höhen flächendeckend und ist Voraussetzung für die Geländeansicht, Zonen der Querneigung und die Geländeverdeckung. Werte daraus tragen das Kennzeichen „E“; der Bericht nennt Name, Beschreibung und Datum (Kap. 6).

Geländeverdeckung

Wirkung des Geländes aus dem Geländemodell im Projekt auf beiden Wegen. Zwischen PV-Fläche und Betrachtungspunkt verdeckt es Reflexionen: Beim Simulationsstart wird je Betrachtungspunkt ein Nah-Horizont berechnet; eine Reflexion gilt als verdeckt, wenn näheres Gelände ihren Höhenwinkel erreicht, und wird wie eine Hindernisblockade gefiltert. In Richtung Sonne verschattet es die PV-Flächen: Horizonte an Stützstellen über jeder Fläche zeigen, wann das Gelände die Sonne verdeckt; diese Zellen gelten als verschattet. Gerechnet wird mit dem vorhandenen Gelände; wo es fehlt, nennt der Bericht das. Der Schalter „Geländeverdeckung“ im gleichnamigen Menü ist voreingestellt an, sobald ein Geländemodell aktiviert ist. Gebäude und Bewuchs sind nicht enthalten. Ferne Berge außerhalb des Modells erfasst die Fernverschattung.

GOK (Geländeoberkante)

Höhe der natürlichen Geländeoberfläche an einem Punkt in Metern über Normalnull (m ü. NN). Sie wird für Eckpunkte, Stützpunkte, Hindernispunkte und Betrachtungspunkte aus den Höhendaten bezogen oder von Hand eingetragen. Viele Höhenangaben, z. B. die Beobachterhöhe, beziehen sich auf die GOK.

Gruppe (Betrachtungspunkt-Gruppe)

Zusammenfassung von Betrachtungspunkten, z. B. alle Punkte einer Straße oder eines Gebäudes. Gruppen werden mit G1, G2 … bezeichnet; im Bericht werden die Punkte einer Gruppe gemeinsam gefiltert und ausgewertet.

H

Heatmap

Diagramm „Blendzeitpunkte (Tag × Uhrzeit)“ im Bericht, je Betrachtungspunkt. Die waagerechte Achse zeigt die Tage des Jahres, die senkrechte die Uhrzeit in Normalzeit / Standardzeit. Rot markiert Zeitpunkte mit Blendung, grau Zeitpunkte, die ein Filter ausschließt. Die Intensität zeigt ein eigenes Diagramm mit derselben Achsenaufteilung.

Hindernis

Im Editor erfasstes Objekt im Nahbereich, das Licht zwischen Sonne und PV-Fläche (Verschattung) und zwischen PV-Fläche und Betrachtungspunkt (Blockade) unterbrechen kann, z. B. ein Gebäude, eine Baumreihe, ein Wall. Neu angelegt wird immer ein Hindernis mit Höhe über Grund; Topografie-Hindernisse aus älteren Projekten rechnen weiter (Kap. 10.1, Kap. 10.5). Gelände zwischen PV-Fläche und Betrachtungspunkt erfasst die Geländeverdeckung.

Höhendaten

Geländehöhen über dem Meeresspiegel, aus denen die GOK entsteht. Sie stammen aus einer Quellenkette im Menü „Höhendaten“, die von oben nach unten abgefragt wird: Geländemodelle im Projekt, amtliche Punktabfrage für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Google Elevation API. Jeder Wert trägt seine Quelle (E, A oder G). Höhendaten sind unabhängig von der Quelle zu prüfen (Kap. 6).

Höhengitter

Stützpunkte einer Freifläche in regelmäßigem Abstand samt Punkten entlang der Ränder, Schritt 1 des Gelände-Menüs. Die Gitterweite folgt der Quelle: 25 m mit einem Geländemodell im Projekt, 50 m mit amtlicher Punktabfrage oder Google-Höhen. Die Simulation spannt die Fläche durch Eck- und Stützpunkte. Das Höhengitter tastet das Gelände ab, das Geländemodell beschreibt es (Kap. 7.5).

I

Intensität

Sammelbegriff für die Helligkeitsgrößen einer Reflexion: Leuchtdichte (cd/m²) und Beleuchtungsstärke (lx). Die intensitätskodierten Diagramme und die Reflexionskarte können wahlweise eine der beiden Größen zeigen.

Intensitätszone (Kern, Kranz)

Konzentrischer Bereich einer Reflexionskeule mit eigener Leuchtdichte und eigenen Achsen. Ein Modultyp kann bis zu drei Zonen haben: „Kern“ (Pflicht), „1. Kranz“ und „2. Kranz“; der Reflexionsoffset ist allen Zonen gemeinsam. Für eine Richtung gilt die innerste Zone, die sie einschließt.

K

Kernblendung

In Blendgutachten gebräuchliche Bezeichnung für die Blendung nach dem vereinfachten Modell der LAI-Hinweise: Sonne als Punktquelle, Module als ideale Spiegel ohne Bündelaufweitung (Anhang 2, Nr. 4, S. 24). Auf diese Blenddauer beziehen sich die Richtwerte von 30 min am Tag und 30 h im Jahr. In PV-GlareCheck wird sie mit dem Modultyp „Perfekt verspiegelt“ berechnet, mit punktförmigen Betrachtungspunkten und der Sonne als Scheibe von 0,53°; jede Blendphase ist dadurch an Beginn und Ende um etwa eine Minute länger als mit einer punktförmigen Sonne (Kap. V.3). Mit einem realitätsnahen Modultyp kommt die gestreute Reflexion hinzu, und die Blenddauer ist länger (Kap. VI.1). Nicht gemeint ist der Kern einer Intensitätszone.

L

Leuchtdichte

Helligkeit einer Fläche aus einer bestimmten Richtung in Candela je Quadratmeter (cd/m²), unabhängig von der Größe der Fläche. PV-GlareCheck berechnet sie je Reflexion aus dem Reflexionsprofil des Modultyps (bezogen auf 100 000 lx), der Direktstrahlung (DNI), dem Einfallswinkel und der lichttechnischen Wirksamkeit des Sonnenlichts in Abhängigkeit von der Sonnenhöhe (nach Littlefair). Im Bericht: „Max. Leuchtdichte“.

Leuchtdichte-Schwelle

Grenzwert des Filters „Leuchtdichte“: Zeitschritte, deren Leuchtdichte unter dem Wert liegt, zählen nicht als Blenddauer. Vorgabe eingeschaltet mit 30 000 cd/m², je Gruppe änderbar. Bezug: Reflexionen bis 30 000 cd/m² gelten im FBA-Eckpunktepapier als nicht erheblich beeinträchtigend (Abschn. 3, S. 6); EASA CS-ADR-DSN nennt für Solarflächen höchstens 20 000 cd/m² (GM1 ADR-DSN.M.615 (k)(2), S. 162); der Swissolar-Leitfaden nennt mehr als 50 000 cd/m² als bisherige Empfehlung, die überprüft wird (Anhang 1, S. 38). LAI-Hinweise und OVE R 11-3 legen keine Leuchtdichte-Schwelle für die Blenddauer fest.

M

Min. Abstand Blickachse

Kleinster Winkel zwischen der Blickachse und einer Blendquelle über alle Blendereignisse eines Betrachtungspunkts, nur bei definiertem Sichtfeld. Ausgewiesen dreifach: absolut (räumlicher Winkel), horizontal (reiner Azimut-Abstand) und vertikal (reiner Höhen-Abstand); die drei Werte sind unabhängige Minima und können aus verschiedenen Zeitpunkten stammen. In der gefilterten Ansicht beziehen sie sich auf die Ereignisse, die alle Filter außer dem Sichtfeld-Filter bestehen.

Modulprofil

Datensatz eines Modultyps, der das Reflexionsverhalten beschreibt: je Intensitätszone das Reflexionsprofil und die Längs- und Querachse der Reflexionskeule in 10°-Schritten des Einfallswinkels von 0° bis 90°, dazu der gemeinsame Reflexionsoffset. Zwischen den Stützwinkeln wird linear interpoliert (Kap. 8).

Modultyp

Benannter Satz von Reflexionseigenschaften (Modulprofil), der jeder PV-Fläche zugewiesen wird. System-Modultypen sind vorgegeben und nicht änderbar; eigene Modultypen können über „Modultypen verwalten“ angelegt werden und werden mit der Projektversion gespeichert (Kap. 8).

N

Nachführwinkel / Trackerneigung

Drehwinkel der Module eines Trackers um die Achse zu einem Zeitpunkt. Die Simulation berechnet ihn für jeden Zeitschritt aus dem Sonnenstand und den Nachführparametern; dieselbe Rechnung liefert die Spalte „Trackerneigung (°)“ im Excel-Export und die zwölf Monatskurven im Editor, die nur der Kontrolle dienen.

Neigung / Tilt

Winkel zwischen Modulebene und Waagerechter in Grad: 0° = waagerecht, 90° = senkrecht. Bei dachparallelen Anlagen entspricht er der Dachneigung. Bei „Fassade“ beginnt eine neue Fläche mit 90°; für geneigte Module ist der Wert in der Objektkarte einstellbar.

Normalzeit / Standardzeit

Ortszeit der eingestellten Zeitzone ohne Sommerzeit. Alle Zeitangaben in Simulation und Bericht sind Normalzeit; Zeitumstellungen werden nicht berücksichtigt. Gilt am Standort eine Sommerzeit, liegt die gesetzliche Uhrzeit in diesen Monaten eine Stunde später.

O

OK (Oberkante)

Höhe der oberen Kante der Modulfläche. Bei Freiflächen, Fassaden und dachparallelen Anlagen über der GOK, bei aufgeständerten Dachanlagen über der Dachfläche; bei Trackern bezogen auf die Neigung im vollen Winkelbereich. Zusammen mit der UK bestimmt sie die vertikale Lage der Fläche.

P

Projekt

Arbeitseinheit für einen PV-Standort mit Projektbereich, Versionen, Simulationen und Berichten. Ein Projekt wird über einen Projekt-Token angelegt und erhält 30 Simulations-Tokens (Kap. 4).

Projektbereich

Kreis mit 3 km Radius um einen Mittelpunkt, der beim Einrichten des Projekts gesetzt wird. Alle PV-Flächen müssen darin liegen; Betrachtungspunkte, Hindernisse und Ausschlussbereiche dürfen außerhalb liegen. Der Projektbereich kann nach der Bestätigung nicht mehr geändert werden (Kap. 5).

Projekt-Token

Guthaben des Kontos für die Anlage eines Projekts. Jedes neue Projekt verbraucht einen Projekt-Token, auch mit PV-GlareCheck Pro; ausgenommen ist das Demo-Projekt (Kap. 3).

PV-Fläche

Im Editor gezeichnete oder importierte Fläche einer PV-Anlage mit Anlagentyp, Ausrichtung, Höhen und Modultyp. Die Rechnung verteilt Berechnungspunkte über die Fläche; Ausschlussbereiche werden ausgeschnitten (Kap. 7).

Q

Querneigung (Cross-Tilt)

Neigung der Module entlang der Tischachse, also quer zur Ausrichtung, z. B. durch einen seitlich abfallenden Hang. Sie verändert effektiven Azimut und effektive Neigung und damit die Reflexionsrichtung. Bei Freiflächen wird sie in Schritt 2 des Gelände-Menüs einheitlich gesetzt und in Schritt 3 („Zonen“) bei Bedarf differenziert; bei Trackern wirkt sie als Achsenneigung (Kap. 7.6).

R

Reflexionsereignis / Blendereignis

Zeitschritt, in dem Sonnenlicht von einer PV-Fläche zum Betrachtungspunkt reflektiert wird, mit Zeitpunkt, Sonnenstand, Richtung der Blendquelle, Einfallswinkel und Intensität. Der Bericht fasst die Ereignisse eines Jahres zu Kennzahlen und Diagrammen zusammen.

Reflexionskarte

Karte in Draufsicht im Bericht je Betrachtungspunkt („Reflexionskarte (Draufsicht)“). Sie zeigt, aus welchen Richtungen Reflexionen der PV-Flächen am Betrachtungspunkt sichtbar sind, für das ganze Jahr oder einen gewählten Zeitpunkt. Die 3D-Perspektive zeigt dieselben Blendquellen aus Sicht des Betrachters.

Reflexionskeule

Raumbereich, in den ein PV-Modul Sonnenlicht reflektiert: eine Keule um eine Richtung nahe der idealen Spiegelrichtung, um den Reflexionsoffset zu flacheren Winkeln verschoben. Sie ist kreisrund oder elliptisch mit Längsachse (in der Einfallsebene) und Querachse (senkrecht dazu) und kann in bis zu drei Intensitätszonen gegliedert sein. Ihre Weite ist die Bündelaufweitung.

Reflexionsoffset (δ)

Winkel, um den die Mitte der Reflexionskeule gegenüber der idealen Spiegelrichtung zu flacheren Ausfallswinkeln verschoben ist. Er ist je Modultyp in Abhängigkeit vom Einfallswinkel hinterlegt und bei stark blendarmen, z. B. satinierten Gläsern besonders ausgeprägt.

Reflexionsprofil

Kennlinie eines Modultyps: Leuchtdichte der Reflexion in Abhängigkeit vom Einfallswinkel der Sonne, bezogen auf eine Beleuchtungsstärke von 100 000 lx; zwischen den Stützwinkeln wird linear interpoliert.

Ruhewinkel

Mindestbetrag des Nachführwinkels während des Backtrackings; bei eingeschaltetem Backtracking Pflichtangabe, Startwert 5°: An den Tagesrändern bleiben die Module in diesem Winkel stehen, statt ganz flach zu liegen. Englisch auch „stow angle“.

S

Schutzwürdiger Raum

Raum, für den Leitfäden Blendung beurteilen: Wohn- und Schlafräume, Unterrichts-, Büro-, Praxis- und Arbeitsräume. Terrassen und Balkone sind ihnen tagsüber (6 bis 22 Uhr) gleichgestellt (LAI-Hinweise, Anhang 2, Nr. 3, S. 23); die OVE R 11-3 nennt zusätzlich Gartenpavillons und Liegeplateaus (Abschn. 6.1, S. 11). In der App wird ein solcher Ort als Betrachtungspunkt / BP, z. B. in Fensterhöhe, abgebildet (Kap. VI.1).

Sichtfeld / FOV (Field of View)

Blickbereich eines Betrachtungspunkts: Blickrichtung (Azimut), horizontaler Öffnungswinkel beidseitig („H±“), vertikale Winkel nach unten und oben („V-Boden“, „V-Oben“) und Neigung der Blickachse. Geprüft wird ein Rechteck aus Azimut- und Höhenbereich, kein Kegel; die Neigung verschiebt nur den Höhenbereich (Kap. V.6). Es wirkt erst, wenn es je Punkt aktiviert ist; ohne Sichtfeld gilt ein Rundum-Blickfeld. Reflexionen außerhalb filtert der Geometriefilter „Außerhalb Sichtfeld“. Bezug: Das FBA-Eckpunktepapier legt ein relevantes Sichtfeld von ± 30° um die Hauptblickrichtung zugrunde (Abschn. 3, S. 5), die OVE R 11-3 einen Kegel von etwa 30° zur Hauptblickrichtung (Abschn. 4.2, S. 9). Die LAI-Hinweise regeln kein Sichtfeld.

Simulation

Jahresrechnung einer Version: Für jeden Betrachtungspunkt und jede Minute eines Jahres (Rechenjahr 2025, 365 Tage) mit Sonne über dem Horizont wird geprüft, ob Reflexionen den Punkt erreichen und wie hell sie sind. Eine Simulation verbraucht einen Simulations-Token; nach erfolgreichem Abschluss legt der Server eine schreibgeschützte Version an (Kap. 12, Kap. V).

Simulations-Token

Guthaben eines Projekts für Simulationen; nicht auf andere Projekte übertragbar. Eine Simulation oder eine Variante einer Batch-Analyse verbraucht einen Token; bei einem Fehler wird er erstattet (Kap. 3).

Sonnenüberlagerung

Lage einer Reflexion nahe der Sonne aus Sicht des Betrachtungspunkts: Ist der Winkel zwischen Sonne und Reflexion klein, wird die Reflexion vom direkten Sonnenlicht überstrahlt. Der Filter „Sonnenüberlagerung“ (Vorgabe aus, 10°) wertet solche Zeitschritte nicht als Blenddauer; die Zusatzbedingung „+ niedrige Sonne ≤“ (Vorgabe 5°) beschränkt das auf tiefe Sonnenstände. Bezug: nur Konstellationen mit mindestens 10° Differenzwinkel (LAI-Hinweise, Anhang 2, Nr. 4, S. 24) bzw. mehr als 10° (OVE R 11-3, Abschn. 9, S. 14) berücksichtigen; Swissolar nennt mehr als 20° (Anhang 1, S. 38); das FBA-Eckpunktepapier lässt die Überlagerung durch die Sonne erst bei Sonnenhöhen bis 5° als Argument zu (Abschn. 3, S. 6).

Spiegelnde Reflexion

Reflexion nach dem Gesetz Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel. Sie bündelt Sonnenlicht in einen engen Raumwinkel und kann am Betrachtungspunkt sehr hohe Leuchtdichten erzeugen. Reale Module weichen davon um Bündelaufweitung und Reflexionsoffset ab.

Stützpunkt

Punkt im Inneren oder am Rand einer Freifläche, an dem die GOK aus den Höhendaten bezogen wird. Stützpunkte entstehen als Höhengitter und spannen mit den Eckpunkten das Dreiecksnetz auf, dem die Modulfläche folgt; einzeln gesetzt werden sie nicht.

T

Tarif

Free oder PV-GlareCheck Pro. Beide rechnen mit demselben Verfahren und derselben zeitlichen Auflösung; Pro erweitert die Mengen je Simulationsdurchgang (50 statt 3 PV-Flächen, 100 statt 30 Betrachtungspunkte, 100 statt 10 Hindernisse), den Speicher (25 statt 2 GB) und schaltet einzelne Funktionen frei. Projekte und Simulationen werden in beiden Tarifen über Tokens bezahlt (Kap. 3).

Topografie

Geländeverlauf in der Umgebung. In PV-GlareCheck zum einen ein veralteter, nicht mehr anlegbarer Typ von Hindernis, dessen Oberkante die Linie durch die GOK-Werte der Punkte ist und der nach unten dicht ist (Kap. 10.5), zum anderen das Gelände aus Höhendaten und Geländemodellen, das Lage und Höhe aller Objekte bestimmt.

Tracker (nachgeführtes System)

Freifläche, deren Module einachsig dem Sonnenstand folgen (Pro). Parameter: „Ausrichtung der Achse“, „Winkelbereich der Module“ (Startwert ±60°), „Achsenneigung“ (im Gelände-Menü als Querneigung gesetzt), „Backtracking“ (Startwert an), „Ground Coverage Ratio (GCR)“ (Startwert 0,5) und „Ruhewinkel“ (Startwert 5°). Die Simulation berechnet den Nachführwinkel je Zeitschritt (Kap. 7.3).

U

UK (Unterkante)

Höhe der unteren Kante der Modulfläche, mit demselben Bezug wie die OK. Die Oberkante muss über der Unterkante liegen.

V

Version

Gespeicherter Stand eines Projekts mit allen Objekten und Einstellungen. Ein Projekt kann beliebig viele Versionen haben. Nach einer erfolgreichen Simulation legt der Server den Stand beim Start als schreibgeschützte Version an („… · Sim-Backup“ mit Datum und Uhrzeit), an der die Ergebnisse hängen. Weitergearbeitet wird in der bearbeitbaren Version; „Duplizieren“ legt von jeder Version eine bearbeitbare Kopie an (Kap. 4).

Versionsvergleich

Gegenüberstellung von 2 bis 5 Versionen desselben Batch-Laufs im Bericht („Versionen vergleichen“) (Pro); aus der Auswahl kann eine Worst-Case-Kombination erzeugt werden (Kap. 13).

Vertikale Ausdehnung (Blendquelle)

Scheinbare Höhe einer Blendquelle aus Sicht des Betrachtungspunkts als Winkel β. Der Filter „Vertikale Blendquelle“ (Vorgabe aus, 0,3°) wertet Zeitschritte mit einer Ausdehnung höchstens gleich dem Wert nicht als Blenddauer; die Ausnahme „Abstand zur Blickachse“ (Vorgabe aus, beim Einschalten 10° horizontal, Achse wählbar) hält Quellen nahe der Blickachse in der Wertung. Bezug: Eine vertikale Größe bis 0,30° außerhalb des zentralen Sehbereichs von ± 10° gilt im FBA-Eckpunktepapier als nicht erheblich (Abschn. 3, S. 6).

Voranalyse

Vorab-Darstellung im Editor, in welche Himmelsrichtungen die PV-Flächen reflektieren, für einen gewählten Zeitpunkt oder das ganze Jahr, nach dem Modell des gewählten Modultyps. Sie verbraucht keinen Token, berücksichtigt weder Hindernisse noch Ausschlussbereiche noch Höhenunterschiede und liefert keinen Bericht; sie dient der Platzierung von Betrachtungspunkten (Kap. 11).

W

Worst-Case-Kombination

Zusammenführung von 2 bis 5 Versionen desselben Batch-Laufs zu einem Ergebnis (Pro): Ein Zeitschritt zählt als Blendung, wenn er in mindestens einer Variante blendet; je Zeitschritt gilt die höchste Intensität und der kleinste Abstand zur Blickachse. Die Kombination wird eine eigene schreibgeschützte Version und verbraucht keinen Token (Kap. 13).

Z

Zeitschritt

Kleinste zeitliche Einheit der Rechnung: eine Minute. Gerechnet werden alle Minuten eines Jahres, in denen die Sonne über dem Horizont steht. Bezug: Das FBA-Eckpunktepapier verlangt eine Auflösung von mindestens 5 Minuten (Abschn. 4, S. 6–7).

Zeitzone

Fester Versatz der Ortszeit gegenüber UTC, in den „Projekteinstellungen“ von UTC−12 bis UTC+14 wählbar, einschließlich der Zonen mit halben und Dreiviertelstunden (z. B. UTC+5:30). Beim Festlegen des Projektbereichs wird sie für dessen Mittelpunkt ermittelt, ersatzweise aus der geografischen Länge geschätzt; der Vorschlag ist zu prüfen (Kap. 5). Alle Zeiten gelten als Normalzeit / Standardzeit. Beispiele: Deutschland, Österreich, Schweiz UTC+1; Großbritannien, Irland, Portugal UTC+0; Griechenland, Finnland UTC+2.

Siehe auch