Kurz gesagt
Die Voranalyse zeigt vor der Simulation auf der Karte, in welche Richtungen die PV-Flächen das Sonnenlicht im Jahresverlauf reflektieren. Daran ist zu erkennen, welche Gebäude, Straßen oder Flugwege in Reflexionsrichtung liegen und wo Betrachtungspunkte zu setzen sind. Sie verbraucht keinen Token und liefert keine Blendzeiten. Bei differenzierter Querneigung rechnet sie jede Fläche nur mit dem Median ihrer Bereiche.
Die Reflexionsrichtungen erscheinen als gelbe Kegel. Sie zeigen nur die Richtung, nicht Reichweite, Höhe oder Verdeckung; das liefert erst die Simulation (Kap. 12).
11.1 So geht's
- Voraussetzungen schaffen: mindestens eine PV-Fläche mit Azimut und Neigung (Fassaden ohne Eintrag gelten als 90°, Tracker immer als vollständig) und eine Zeitzone in den „Projekteinstellungen“ (Kap. 5).
- „Voranalyse“ am Kartenrand öffnen. Voreingestellt ist „Ganzes Jahr anzeigen“: je PV-Fläche ein oder mehrere Kegel aller Richtungen des Jahres.
- Einen Kegel anklicken: Das Fenster nennt je PV-Fläche den Richtungsbereich und Beispiel-Zeitpunkte. Ein Klick auf einen Zeitpunkt wechselt in die Zeitansicht.
- In der Zeitansicht mit „Datum“ und „Uhrzeit“ einen Zeitpunkt wählen und prüfen, wohin die Reflexion dann zeigt.
- Unter „Einstellungen“ die PV-Flächen und die Filter an die Lage der Betrachter anpassen (Abschnitt 11.3).
- Betrachtungspunkte dort setzen, wo Kegel auf Gebäude, Straßen oder Flugwege zeigen (Kap. 9).
11.2 Das Menü „Reflexions-Voranalyse“
| Element | Bedeutung |
|---|---|
| „Datum“, „Uhrzeit“ | Regler für den Zeitpunkt der Zeitansicht. Gelbe Abschnitte auf den Reglern zeigen, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten überhaupt Reflexionen entstehen, auch solche von wenigen Minuten im Jahr. In der Jahresansicht sind die Regler gesperrt. |
| „Normalzeit (keine Sommerzeit) · UTC+1“ | Alle Uhrzeiten gelten in der Normalzeit der Projektzeitzone, ohne Sommerzeit. |
| „Ganzes Jahr anzeigen“ | An: je PV-Fläche ein oder mehrere Kegel aller Richtungen des Jahres. Aus: die Zeitansicht für den gewählten Zeitpunkt. |
| Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, „Sonne: Az … El …“ | Auf- und Untergangszeit am gewählten Tag und Stand der Sonne zum gewählten Zeitpunkt (Azimut und Höhe in Grad). |
| Hinweiskasten | Grenzen der Voranalyse in Kurzform (Abschnitt 11.4). |
| „Einstellungen“ | öffnet die Einstellungen (Abschnitt 11.3). |
| Pfeil unter dem Menü | minimiert das Menü, damit die Karte frei ist; ein zweiter Klick holt es zurück. |
Auf der Karte. In der Jahresansicht öffnet ein Klick in einen Kegel ein Fenster mit dem Richtungsbereich je PV-Fläche (z. B. „99–114° (O)“) und bis zu sechs Beispiel-Zeitpunkten, bei mehreren Flächen bis zu drei je Fläche. In der Zeitansicht zeigt ein Kegel je PV-Fläche die Reflexion zum gewählten Zeitpunkt; der Pfeil zeigt auf die Mitte des Kegels. Das Sonnensymbol auf dem Bogen markiert den Stand der Sonne, der Bogen ihre Tagesbahn. Bogen und Kegellänge sind nur Darstellung: Sie richten sich nach dem Kartenausschnitt.
11.3 Einstellungen
| Einstellung | Bedeutung | Vorgabe |
|---|---|---|
| „PV-Flächen“ | einbezogene Flächen, je Fläche ein Haken; „Alle an“ und „Alle aus“ schalten alle um. Unvollständige Flächen sind abgeblendet und mit einem Warnsymbol markiert (Hinweis beim Überfahren: „Unvollständig — Definition der PV-Fläche abschließen“). Bei Flächen mit differenzierter Querneigung steht der verwendete Median dabei, z. B. „Median 2°“. | alle vollständigen |
| „Winkelfilter (Reflexionsrichtung)“, „Max“ / „Min“ | Band des Höhenwinkels der Reflexion gegenüber der Waagerechten (0°), gemessen an der PV-Fläche; negativ nach unten, −90° bis 90°. Gezeigt werden nur Reflexionen in diesem Band. Die Skizze darüber zeigt, wie das Band zur Höhe der Betrachter passt. | −15° bis +5° |
| „Min. Sonnenhöhe“ | Sonnenstände darunter bleiben unberücksichtigt; 0° bis 45° | 3° |
Die Einstellungen werden mit dem Projekt gespeichert.
Winkelband wählen. Ein Betrachter Δh tiefer als die Anlage in der Entfernung d sieht die Reflexion unter etwa −arctan(Δh/d), 10 m tiefer in 100 m Entfernung also rund −5,7°. Für Betrachter oberhalb der Anlage, etwa im Obergeschoss neben einer Dachanlage oder im Flugverkehr, wird „Max“ erhöht; die App empfiehlt für Flugverkehr 30° bis 45° (Kap. VI.4).
11.4 Worauf achten
- Querneigung nur als Median. Flächen mit differenzierter Querneigung rechnet die Voranalyse einheitlich mit dem Median ihrer Bereiche; die Kegel zeigen also eine mittlere Ausrichtung. Die einzelnen Bereiche gehen erst in die Simulation ein (Kap. 7.6). Weichen die Bereiche stark voneinander ab, kann die reale Reflexion seitlich neben dem Kegel liegen.
- Außerhalb aller Kegel einer PV-Fläche erreicht einen Ort unter den gewählten Einstellungen keine Reflexion dieser Fläche. Innerhalb eines Kegels kann ein Ort trotzdem unbetroffen sein: Die Reflexion verfehlt ihn in der Höhe, ein Hindernis liegt dazwischen oder die Fläche ist verschattet.
- Zu enges Winkelband oder hohe Mindest-Sonnenhöhe blenden Richtungen aus.
- Nicht berücksichtigt werden Entfernung, Höhen (außer über das Winkelband), Hindernisse, Geländeverdeckung, Fernverschattung, Ausschlussbereiche und Sichtfelder.
- In schreibgeschützten Versionen (Sim-Backup) ist die Voranalyse nicht verfügbar; sie läuft in der Arbeitsversion (Kap. 4).
- Eine Vorprüfung nach LAI, Swissolar oder dem Eckpunktepapier unterstützt die Voranalyse nur im richtungsbezogenen Teil; Entfernungs-, Größen- und Dauerkriterien bildet sie nicht ab (Kap. VI.1, Kap. VI.2, Kap. VI.4).
Details: Rechenweg
- Sonnenstand des laufenden Kalenderjahrs im 5-Minuten-Raster für die Mitte des Projektbereichs (ohne Projektbereich: Mitte der PV-Flächen), dazwischen linear interpoliert (Kap. V.1).
- Ausrichtung aus Azimut, Neigung und Querneigung (bei differenzierter Querneigung deren Median); bei Doppelausrichtung beide Hälften; Tracker mit dem Nachführwinkel einschließlich Backtracking und Ruhewinkel (Kap. 7.3). Trifft die Sonne die Rückseite, entsteht keine Reflexion.
- Reflexionskeule des Modultyps um die Spiegelrichtung, mit Reflexionsoffset und elliptischer Aufweitung je Einfallswinkel; bei mehreren Zonen gilt die äußerste, ein perfekt spiegelnder Modultyp erhält 1° (Kap. 8). Fehlt der Modultyp, meldet die Voranalyse einen Fehler für diese Fläche.
- Winkelfilter: Ein Zeitpunkt zählt, wenn die Keule das Band um mindestens 1° überdeckt oder, bei kleineren Keulen, ganz darin liegt. Der Kegel umfasst nur den Teil im Band.
- Jahresansicht: alle Tage im 5-Minuten-Schritt; Lücken bis 8° im Azimut werden geschlossen, größere trennen die Kegel.